Projekt „Wald-Stücke“ – Jürgen Königs

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Mit dem Ausstellungs- und Publikationsprojekt Jürgen Königs „Wald-Stücke“, das vom 2. Juli bis zum 25. September 2016 im Waldlandhaus des Forsthauses Hohenroth stattfinden wird, habe ich mich, zusammen mit Jürgen Königs, beim Kunstverein Siegen für den „Kunstsommer 2016“ beworben. Anfang Juni wird das kleine (78 Seiten), aber wunderschöne, auf exzellentem 170g-Papier gestaltete Buch Jürgen Königs „Wald-Stücke“ in Druck gehen. Es erscheint im universi-Verlag der Uni Siegen und wird mit seiner Auflage von 300 Exemplaren sicher zum Sammlerobjekt werden.
Wir alle sind stolz darauf, dass Siegen -Wittgenstein die waldreichste Region Deutschlands ist. Das Forsthaus Hohenroth repräsentiert nicht nur den höchstgelegenen bewohnten Ort (640 m) des Siegerlands, es ist mit seinen zahlreichen Veranstaltungen zu verschiedensten Wald Themen, mit den es umgebenden Wanderwegen und -landschaften, dem großen Wildgehege und nicht zuletzt mit Tassilo Wolzenburgs Meisterschaften im Hirschbrunft -Röhren zu einem wahren Publikumsmagneten des Siegerlands geworden.
Wer könnte da geeigneter sein, als Künstler mit Werken zum Sujet „Wald“ auszustellen, als Jürgen Königs? Er hat nicht nur jahrzehntelang als Professor für Fotografie im Kunstdepartment der Uni Siegen gewirkt, sondern ist als Erfinder unzähliger Lochkameras und vielfältiger Experimentaltechniken der Fotografie weit über das Siegerland hinaus bekannt. Eine kleine Kostprobe mit einigen wenigen Arbeiten zum Thema „Wald“ hat Jürgen Königs ja 2014 im Rahmen der Mitgliederausstellung des KV im Haus Seel gegeben. Was wir jedoch in Hohenroth vorstellen möchten, geht weit darüber hinaus. Mit verschiedensten experimentellen Mitteln und Instrumenten rückt Jürgen Königs dem Wald unter den Themenfeldern „Waldstücke -Alltagswald“, „Wald -Ränder“, „RandWälder“, „Auwälder“ zu Leibe, um „im Vertrauten unvertrautes Gelände zu entdecken“.
Er benutzt unterschiedliche Techniken der Bildmontage mit analogen und digitalen Lochkameras, Szenenüberblendungen, Mehrfachbelichtungen. Mit Skalpell und Schere behandelte Nahaufnahmen vereint er im Scannerbild zu neuen Raum-, Bildgefügen und Wirklichkeitskonstrukten. Gemeinsam erarbeiten wir zur Zeit die von mir herauszugebende, im universi Verlag der Uni Siegen zur Ausstellungseröffnung erscheinende Publikation Jürgen Königs“ Wald Stücke“.
Darin und in der Ausstellung wird sich der urdeutsche „Mythos Wald“ spiegeln, wie er in seiner Themenvielfalt vom Märchen- bis zum Nutzholz-Stangen-Wald und zum Urwald, der auch in manchen Waldgebieten des Siegerlandes neu im Entstehen begriffen ist, rund um Hohenroth zu erfahren ist.
Jürgen Königs geht, wie gewohnt, sein Sujet auch mit einer gehörigen Prise Witz, hintergründigem Humor, Ironie, Satire und einer Neigung zum Skurrilen und doppelbödig Grotesken an. Er ist jedoch auch Wahrnehmungstheoretiker und -praktiker und schließt in gewisser Weise, aber auf ganz andere und allgemeinverständlichere Art, an die Remy Zaugg -Ausstellung des Museums für Gegenwartskunst an. Er spielt mit dem altvertrauten On dit, dass die Fotografie die Malerei befreit habe, indem sie gestatte, die Wirklichkeit realistisch abzubilden. Was einem in Königs Bildern so augenscheinlich real entgegenblickt, stellt in Wahrheit unser Sehvermögen auf die Probe, hinterfragt unsere Sehgewohnheiten, schickt uns auf visuelle Entdeckungs- und Bilderrätsel-Reisen. Seine Bilder sind raffiniert konstruierte, imaginäre und damit auf besondere Weise auch erst recht „wahre“ Wirklichkeiten.
JÜRGEN KÖNIGS IST EIN WIRKLICHKEITSMACHER.

Auszüge aus dem Ausstellungsbuch:

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