Projekt „Ehrenmal“

Projekt Martin Elsaesser – Krieger-Ehrenmal in Siegen-Weidenau

Das Krieger-Ehrenmal in Siegen-Weidenau (1925 – 1926 erbaut) war ursprünglich für die 334 an 29 Kriegsschauplätzen des 1. Weltkriegs gefallenen Soldaten der Gemeinde Weidenau gedacht. Ende des 2. Weltkriegs zerstört, wurde es nach erfolgtem Wiederaufbau 1958 allen Toten der beiden Weltkriege gewidmet.

Es ist das einzige Bauwerk im Siegerland eines der großen deutschen Baumeister im 20. Jahrhundert, nämlich Martin Elsaessers. Dieses Faktum war lange Zeit völlig in Vergessenheit geraten, auch der Elsaesser-Forschung nicht bewusst, bis sich Christian W. Thomsen in seinem Buch Neue Zweite Blicke ( 2015, Universi Verlag Siegen ) erstmals ausführlich dieses Bauwerks annahm, gestützt auf sämtliche Artikel, die hierzu seit 1920 in der Siegener Zeitung erschienen waren.

Im Dezember 2015 ist nun im schaff Verlag, Hamburg, hrsg. von Jörg Schilling und Florian Afflerbach, von Letzterem auch graphisch gestaltet, das martin elsaesser bauheft 08 zu dieser baulichen Gesamtanlage erschienen.  Der Kunsthistoriker Jörg Schilling liefert darin, nach einem Vorwort des Siegener Stadtbaurats Michael Stojan, einen einleitenden Überblicksartikel zu Leben und Werk Martin Elsaessers und Christian W. Thomsen beschreibt in seinem Hauptartikel Ort, Entwurf, Entstehungs- und Baugeschichte, Einweihung und Rezeption, Zwischenkriegszeit, Kriegszerstörung im April 1945 und Neugestaltung in den 50-er Jahren sowie Gegenwartszustand und mögliche Zukünfte dieser einzigartigen Gedenkstätte für die Toten der Kriege 1914 – 1918 und 1939 – 1945.

Möglich wurde dies erst durch enge Zusammenarbeit mit dem Siegener Stadtarchiv. Dessen Leiter, Ludwig Burwitz, stellte Thomsen einen mehr als 300 Seiten umfassenden Aktenordner der ehemaligen Gemeinde Weidenau zur Verfügung. Dieser war 1920 begonnen und 1927 geschlossen und seither niemals eingesehen worden.  Er enthält sämtliche Ratsprotokolle, Schriftwechsel, Entwürfe, Aufträge, Rechnungen und sonstigen Unterlagen zu diesem Bauwerk.

Mit zusätzlichen Dokumenten, die Traute Fries, Vorsitzende des Siegener Kulturausschusses, zu Verfügung stellte, konnte somit eine lückenlose Bau- und Rezeptionsgeschichte dieser landschaftlich grandios gelegenen Gedenkstätte geschrieben werden. Da dieses Ehrenmal nur an einer einzigen Stelle in Elsaessers schriftlichem Gesamtwerk, nämlich im Buch Bauten und Entwürfe. Aus den Jahren 1924 – 1932, kurz erwähnt wird, erschließt dieses Bauheft Neuland sowohl für die Elsaesser-Forschung wie auch für die Siegener und Siegerländer Lokal- und Regional-Geschichtsschreibung.

Es leitet zudem in eine neue Phase der baulichen und landschaftsgärtnerischen Gestaltung des Umfelds des Siegener Universitätscampus auf dem Haardter Berg in Weidenau ein.

Zustand September 2015:

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Das bauheft ist im Dezember 2015 erschienen.
Florian Afflerbach, der das Layout gestaltet hat, kam am Himmelfahrtstag 2016 schuldlos durch einen Verkehrsunfall ums Leben.

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Fotos anlässlich der Pressekonferenz:
(v.l. n.r. Stefan Schönstein, Architekt, Städt. Bauamt´; Christian W. Thomsen, Jörg Schilling, Hrsg; Florian Afflerbach, Layout und Hrsg.)

Bilder PK