{"id":338,"date":"2019-08-14T08:56:59","date_gmt":"2019-08-14T08:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/christian-w-thomsen.de\/?p=338"},"modified":"2019-08-14T06:55:37","modified_gmt":"2019-08-14T06:55:37","slug":"kafka-kaefer-projekt-traumwelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/?p=338","title":{"rendered":"Kafka-K\u00e4fer-PROJEKT TRAUMWELTEN"},"content":{"rendered":"<p>Kunstdialoge mit Kafka: K\u00e4fertr\u00e4ume und Schlossbesuche.<\/p>\n<p>Gemeinschaftsprojekt mit Marianne Demmer<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-Vorderseite.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-341\" src=\"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-Vorderseite-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-Vorderseite-225x300.jpg 225w, https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-Vorderseite-768x1024.jpg 768w, https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-Vorderseite.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-R\u00fcckseite.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-340\" src=\"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-R\u00fcckseite-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-R\u00fcckseite-225x300.jpg 225w, https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-R\u00fcckseite-768x1024.jpg 768w, https:\/\/christian-w-thomsen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Umschlag-R\u00fcckseite.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>INFOTEXT \u00a0TRAUMWELTEN<\/p>\n<p>Dieses Buch nimmt sich anhand von zwei Ausstellungen eines Autors an, der zur Zeit wieder international breit diskutiert wird: Franz Kafka. Zum Dialog und zur k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung dienen drei weltber\u00fchmte Texte Kafkas, seine Erz\u00e4hlung<em> Die Verwandlung<\/em> (1912), der<em> Brief an den Vater <\/em>(1919) und sein Romanfragment <em>Das Schlo\u00df<\/em> (1922\/24).<\/p>\n<p>In ihrer Kreuztaler Ausstellung von 2018 geht Marianne Demmer, im Gegensatz zu Kafka, der behauptet, sein Text sei nicht fiktiv, sondern schildere reales Geschehen, von der Hypothese aus, die gesamte Erz\u00e4hlung basiere auf einem Traum. Das gibt ihr die Freiheit, sich ihren jungen Kafka in steter Verschr\u00e4nkung von Text und Bild in verschiedene Verwandlungsstadien vom Menschen zum K\u00e4fer und in K\u00e4fer-Kampfszenen mit dem patriarchalischen Vater hineindenken zu lassen. In Umkehr zu Kafkas Schlu\u00df endet dieser Prozess intensiver Bildfolgen nicht in Verzweiflung, Selbsterniedrigung und Ausl\u00f6schung als menschenunw\u00fcrdiges Geschmei\u00df. Nein: Demmers K\u00e4fer lernen sich als Individuen zu finden und verlassen erhobenen Hauptes die k\u00fcnstlerische B\u00fchne.<\/p>\n<p>2019 ergab sich die Gelegenheit zu einer zweiten Ausstellung in der neuen Teilbibliothek der Universit\u00e4t Siegen im Wittgensteiner Fl\u00fcgel des von der\u00a0Universit\u00e4t \u00fcbernommenen und totalsanierten Unteren Schlosses in Siegen.<\/p>\n<p>Dieser Fl\u00fcgel hatte bis 2011 als Gef\u00e4ngnis gedient. Demmer \/ Thomsen beschlossen, nicht einfach eine Replik der Kreuztaler Ausstellung zu liefern,\u00a0sondern mit Hilfe von Kafkas Romanfragment<em> Das Schlo\u00df<\/em>, in dem sich durchaus Ankl\u00e4nge an die Historie von Siegens Stadtschloss finden lassen,\u00a0eine ganz neue Ausstellung zu konzipieren.<\/p>\n<p>Thomsen lie\u00df die Schlossgeschichte vom ehem. Franziskanerkloster \u00fcber\u00a0jahrhundertelanges Dornr\u00f6schendasein als Beh\u00f6rdenhaus bis zu seiner\u00a0neuen Bl\u00fcte als Universit\u00e4tsfakult\u00e4t und\u00a0 die von ihm ausstrahlenden\u00a0innerst\u00e4dtischen Zukunftsplanungen Revue passieren. Demmer, abermals\u00a0im Gegensatz zu Kafka, erlaubte dessen alter ego, dem Landvermesser K.,\u00a0ins Labyrinth des Schlosses, sprich hier die Bibliothek, einzudringen und dort\u00a0K\u00e4ferexperimente mit Bruchst\u00fccken ehemaligen Gef\u00e4ngnis-Mauerzellen zu vollf\u00fchren. Verpuppte Anspielungen an Jakob Scheiners ber\u00fchmtes Siegbr\u00fcckenbild von 1850 lassen sich in jedem dieser K\u00e4fer finden. Au\u00dferdem siedelt ihre Phantasie zwei ber\u00fchmte K\u00fcnstler des\u00a0 20. Jahrhunderts, Magritte und Matisse, in Zellen des ehemaligen Gef\u00e4ngnisses an, welche sie opulent ausmalen und wo sie von K. besucht werden. Besonderes Vergn\u00fcgen bereitete beiden Autoren der mehrmalige Einsatz von Grandvilles klerikaler K\u00e4ferparade, <em>Famille des Scarab\u00e9es<\/em> (1829), welche sie den Schlossberg hinauf in die Bibliothek paradieren und schlie\u00dflich im ehemaligen Schwurgerichtssaal tanzen lassen.<\/p>\n<p>So ist ein facettenreiches Werk entstanden, das Texte Kafkas zu positiven Kraft-Quellen umdeutet und mit Humor, Phantasie und spr\u00fchender Sinnlichkeit Dialoge zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft bildreich und textlich pointiert in Szene setzt.<\/p>\n<p>Zum biographischen Abschluss nehmen drei Weggef\u00e4hrten Christian Thomsens\u00a0zu seiner wissenschaftlichen und schriftstellerischen Karriere Stellung und Marianne Demmer reflektiert im Hinblick auf Kafka ihre k\u00fcnstlerischen Herangehens- und Arbeitsweisen, insbesondere ihre DigiART mit dem Computer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunstdialoge mit Kafka: K\u00e4fertr\u00e4ume und Schlossbesuche. 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